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Waldbaden II

Er wanderte wieder einmal tief in den Wald, weit entfernt der Zivilisation. Die Nachrichten der letzten Tage hatten ihn schwer belastet: Korruption, Machtmissbrauch und die schamlose Ausbeutung des Volkes durch korrupte Politiker. Der Wald, mit seinen hohen, uralten Bäumen und dem leisen Rauschen der Blätter, bot ihm den einzigen Trost, den er finden konnte.

Er ließ sich auf einem moosbewachsenen Stein nieder und schloss die Augen. Der Wald schien ihn in eine beruhigende Stille zu hüllen, fernab von den Problemen der Welt. Doch die Gedanken an die Ungerechtigkeiten ließen ihn nicht los.

„Warum bist du so betrübt, mein Freund?“ fragte eine tiefe, erdige Stimme. Seine Augen öffneten sich abrupt, doch niemand war zu sehen. Er blickte sich verwundert um.

„Wer spricht da?“ fragte er vorsichtig.

„Ich bin der Wald,“ antwortete die Stimme sanft, das Flüstern der Blätter begleitete die Worte. „Ich spüre deinen Kummer. Was bedrückt dein Herz?“

Der Mann  seufzte und ließ seine Schultern hängen. „Es sind die Politiker. Sie sind korrupt und skrupellos. Sie unterdrücken das Volk, stehlen unserer Geld und leben in Luxus, während wir in Armut verfallen. Es scheint, als gäbe es keinen Ausweg.“

Der Wald schwieg einen Moment, als ob er nachdachte. „Korruption und Unterdrückung sind wie Gift, das langsam die Wurzeln eines Baumes zerstört. Doch selbst der stärkste Baum kann erneuert werden, wenn seine Wurzeln stark bleiben.“

„Aber was kann ein einfacher Mensch wie ich tun?“ fragte der Mann verzweifelt. „Sie kontrollieren alles – die Medien, die Polizei, die Gesetze. Jeder Versuch, etwas zu ändern, wird im Keim erstickt.“

„Ein einzelner Baum mag schwach wirken, aber zusammen bilden viele Bäume einen undurchdringlichen Wald,“ antwortete der Wald. „Es beginnt mit dem Mut, sich der Wahrheit zu stellen und sie zu verbreiten. Du bist nicht allein. Viele fühlen wie du, aber die Angst hält sie zurück.“

„Wie können wir diese Angst überwinden?“ Der Mann blickte in die Baumkronen, die sich sanft im Wind wiegten.

„Indem ihr euch vereint,“ sagte der Wald. „Teile deine Gedanken und deine Hoffnungen mit anderen. Finde diejenigen, die ebenfalls den Mut haben, für das Recht einzustehen. Ein Funke kann ein Feuer entfachen, und ein Feuer kann den dichten Nebel der Angst vertreiben.“

„Doch sie sind so mächtig,“ flüsterte er.

„Keine Macht ist unbesiegbar, wenn sie auf Unrecht aufgebaut ist,“ sagte der Wald. „Erinnere dich daran, dass die Natur immer einen Weg findet, selbst die stärksten Hindernisse zu überwinden. Ihr müsst standhaft bleiben und daran glauben, dass Gerechtigkeit letztendlich siegen wird.“

Der Mann spürte, wie eine Welle der Entschlossenheit durch seinen Körper strömte. „Vielleicht hast du recht. Vielleicht ist es Zeit, dass wir unsere Stimmen erheben und für das kämpfen, was richtig ist.“

Der Wald rauschte sanft, als ob er nickte. „Vertraue auf die Stärke des Volkes und die Macht der Wahrheit. Und vergiss nicht, dass du in der Natur immer einen Verbündeten findest. Kehre zurück, wenn du Trost und Rat brauchst.“

Der Mann stand auf, ein neuer Funke in seinen Augen. „Danke, mein Freund. Ich werde deinen Rat beherzigen.“

Mit diesen Worten verließ er die Lichtung und machte sich auf den Weg zurück in sein Dorf. Er fühlte sich leichter, gestärkt durch die Worte des Waldes. Die Bäume flüsterten hinter ihm weiter, und er wusste, dass er nicht allein war. Die Hoffnung war neu entfacht.

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